Der Wolfsmond: Ein Symbol für Stärke, Mysterium, Naturschutz und Freiheit

Am 2. Januar 2026 starten wir frisch und motiviert ins neue Jahr – und was könnte passender sein als ein Thema, das direkt mit unserem Namensgeber verbunden ist: der Wolfsmond. Der erste Vollmond des Jahres, der traditionell als Wolfsmond bezeichnet wird, leuchtet morgen hell am winterlichen Himmel und erinnert uns an die faszinierende Welt der Wölfe. In diesem informativen Artikel tauchen wir in die Geschichte und Bedeutung dieses Phänomens ein, entmystifizieren gängige Mythen und verbinden es mit der aktuellen Situation der Wölfe in Deutschland.

Der Wolfsmond ist der Name für den ersten Vollmond im Januar, eine Bezeichnung, die seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen verwendet wird. Ursprünglich stammt der Begriff aus europäischen Traditionen, wie keltischen oder altenglischen Quellen, wo der Januar sogar als „Wolf-Monat“ bekannt war. In der kalten, dunklen Winterzeit war Nahrung knapp und Wölfe kamen menschlichen Siedlungen näher auf der Suche nach Beute. Besonders in klaren Vollmondnächten war ihr Heulen weit zu hören – ein unheimliches, unvergessliches Geräusch, das die Menschen mit dem Mond assoziierten. Später wurde der Name von nordamerikanischen indigenen Völkern, wie den Algonkin-Stämmen, übernommen oder unabhängig ähnlich geprägt. Diese Kulturen benannten Vollmonde oft nach natürlichen Ereignissen oder Tieren, die in der jeweiligen Jahreszeit präsent waren – so wie der „Schneemond“ im Februar oder der „Erdbeermond“ im Juni. Im 20. Jahrhundert machten die berühmten Farmer’s Almanacs – traditionelle amerikanische Jahrbücher mit Wettervorhersagen, astronomischen Daten und Folklore – diese Namen weltweit populär. Besonders der „Old Farmer’s Almanac“ (gegründet 1792) und der „Farmers‘ Almanac“ (gegründet 1818) verbreiteten die poetischen Bezeichnungen in den 1930er Jahren systematisch. Heute symbolisiert der Wolfsmond in vielen Kulturen Neuanfang, Intuition, Gemeinschaft und die Überwindung der Winterdunkelheit – eine spirituelle Kraft, die perfekt zum Jahresstart passt.

Wichtig zu wissen: Wölfe heulen nicht den Mond an! Das ist ein Mythos. Ihr Heulen dient der Kommunikation innerhalb des Rudels, zur Markierung von Territorien oder während der Paarungszeit, deren Rituale oft schon im Januar beginnen. Im Winter, wenn die Luft klar und still ist, trägt der Schall besonders weit – daher die Verbindung zum Vollmond.

Basis ist ein echtes Foto, © Brigitte Sommer. Der Hintergrund wurde durch KI zu einem winterlichen Eindruck verändert.

Von Mythos zur Realität: Die Wölfe in Deutschland heute – Ein Skandal aus Lobbyismus, Korruption und falschen Zahlen

Der Wolfsmond ist nicht nur ein schönes Himmelsereignis, sondern eine Gelegenheit, über die realen Wölfe nachzudenken. In Deutschland sind Wölfe nach über 150 Jahren Ausrottung seit den 2000er Jahren erfolgreich zurückgekehrt. Aktuell stagniert der Bestand erstmals, was auf eine massive illegale Beseitigung hinweist, denn in Deutschland ist noch reichlich Platz für Wölfe. Doch statt Schutz zu stärken, wird der Wolf systematisch geopfert: Im Juni 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs in der EU-FFH-Richtlinie von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft, was Abschüsse unter bestimmten Bedingungen erleichtert. Die Bundesregierung hat kürzlich einen Gesetzentwurf beschlossen, um den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen und Wölfe künftig zu bejagen.  Bei Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen wir das als Skandal: Wir sind strikt gegen jeden Abschuss! Diese Politik ist geprägt von Lobbyismus der Agrar- und Jägerschaft, die wissenschaftliche Fakten verbiegt und Korruption fördert. Der „günstige Erhaltungszustand“ – Voraussetzung für die Herabstufung – wurde politisch manipuliert: Ein Schreiben aus dem Staatssekretariat von Jochen Flasbarth (SPD) wies an, wissenschaftliche Daten des Bundesamts für Naturschutz zu ignorieren, das Referenzgebiet zu verkleinern und die Mindestpopulationsgröße herunterzustufen. Das sind falsche Zahlen, die eine mögliche Rechtsbeugung darstellen und nur der Lobby dienen. Schadenszahlen wie die 4.300 getöteten Weidetiere 2024 sind gering, werden aber in Medien übertrieben dargestellt, da viele Fälle wegen mangelnden Herdenschutz vermeidbar wären – und Jagd führt wissenschaftlich zu mehr, nicht weniger Rissen, da destabilisierte Rudel leichtere Beute suchen. Politiker wie Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) feiern das als „guten Tag für Weidetierhalter“, während es purer Populismus ist, der die Jägerschaft bedient. Die Grünen, die den Abbau als Regierungspartei mittrugen, kritisieren nun heuchlerisch aus der Opposition heraus.

Schon im Januar 2026 soll der nächste Schritt folgen: Der Gesetzentwurf geht in den Bundestag, mit erwarteter Zustimmung im Bundesrat durch unionsgeführte Mehrheit – ein weiterer Schlag gegen den Naturschutz. Statt Jagd fordern wir Koexistenz. Das wirksamste Mittel gegen Risse sind bewährte Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune, Herdenschutzhunde und gezielte Beratung – mit 100-prozentiger, unbürokratischer Förderung.

Wir setzen uns ein gegen illegale Tötungen, Datenmanipulation und Lobbyeinfluss – der Wolf ist ein wichtiger Teil unseres Ökosystems, hält Wildbestände gesund und er ist hier genauso zu Hause wie wir Menschen. Lasst uns den Wolfsmond als Symbol für Stärke und Schutz nutzen, um Mythen durch Fakten zu ersetzen und Korruption aufzudecken.

Der leider viel zu früh verstorbene Schriftsteller und Philosoph Gunnar Kaiser fragte sich in einem emotionalen Beitrag ob er genug getan habe.  Ein Zitat daraus: „Am Endes des Lebens geht es nicht darum, wie gut Du die Regeln eingehalten hast und wie viele Gesetze Du befolgt hast, sondern ob Du der geworden bist, der in Dir angelegt ist.“ https://www.youtube.com/watch?v=_P2cc1fH7Jw

Tun wir genug? Es wird kein Retter von außerhalb kommen, die Rettung liegt in uns selbst. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wintersonnenwende 2025: Licht nach der Dunkelheit – für Wölfe und Menschen

Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde, 

heute, am 21. Dezember 2025, feiern wir die Wintersonnenwende – den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Ab morgen werden die Tage wieder länger, das Licht kehrt zurück. In vielen Kulturen symbolisiert dieser Moment Hoffnung, Wiedergeburt und die unerschütterliche Kraft der Natur, die selbst aus der tiefsten Dunkelheit immer wieder hervorgeht.

Beispielfoto Wolf im Mondlicht. © Brigitte Sommer
Ein wunderschönes Zitat von Victor Hugo aus seinem Roman Les Misérables passt perfekt zu diesem Tag: „Selbst die dunkelste Nacht wird enden und die Sonne wird aufgehen.“
Diese Worte erinnern uns daran, dass keine Finsternis ewig währt – weder in der Natur noch in unserem Einatz für den Schutz der Wölfe. Gerade jetzt, wo politische Entscheidungen wie die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht dunkle Schatten werfen, brauchen wir diese Hoffnung mehr denn je. Doch schaut Euch diesen beeindruckenden Ausschnitt aus einer unserer Wildkameras an: Eine stolze Wolfsfamilie mit neun Mitgliedern – Eltern, Welpen und Jungtiere – zieht harmonisch durch ihr Revier in Deutschland.  Hier ein kleiner Ausschnitt davon. Diese Aufnahme zeigt, was wir schützen: Intakte Rudel, starke Familienbande und die natürliche Schönheit unserer Natur.
Wir haben den Liedtext von „Leise rieselt der Schnee“ etwas wölfisch umgewandelt. Unser kleines Geschenk an Euch könnt Ihr singen. Es müsste mit der Melodie hinkommen.
Leise rieselt der Schnee,
still und starr liegt die Flur.
Weiße Flocken umhüllen
das Revier voller Spur.
Auf den Wölfen da draußen
legt sich sanft das Gewand,
Winter schenkt ihnen Ruhe
in dem schneeigen Land.
Leise rieselt der Schnee,
über Pfoten und Fell.
Deckt die Spuren so sacht,
dass kein Jäger sie schnell
finden kann in der Nacht,
wo das Rudel nun ruht.
Sanft umfängt sie die Kälte,
hält sie liebevoll gut.
Leise rieselt der Schnee,
bringt dem Wald weißen Frieden.
Doch der Mensch plant schon wieder,
will den Wolf nun erlegen.
Steht zusammen, wir alle,
schützt das Leben sogleich
Lasst die Wölfe in Freiheit
weiterziehen frei und wild.
Leise rieselt der Schnee –
lasst uns wachsam nun sein.
Denn die Dunkelheit drohet,
will den Wolf jagdbar sehen.
Helft uns kämpfen mit Herz,

Dieses Video von der Wolfsfamilie symbolisiert für uns die Stärke und das Leben unserer Mitgeschöpfe, das wir mit aller Kraft verteidigen.
An dieser Stelle möchten wir uns von Herzen bei allen Mitgliedern, Unterstützern und besonders unseren Aktiven bedanken. Ob ihr auf Informationsständen steht, Patrouillen lauft, Drückjagden dokumentiert, Wildkameras betreut oder einfach durch Eure Spenden und Shares dabei seid – Ihr macht den Unterschied. Ohne Euch wäre unser Tun nicht möglich. Die kommende Zeit wird herausfordernd: Es droht eine sehr dunkle Phase für Mensch und Wolf gleichermaßen.
Doch genau deshalb brauchen wir Kraft und Erholung. Wolfsschutz-Deutschland e.V. macht eine kleine Pause vom 21. Dezember 2025 bis zum 2. Januar 2026. In dieser Zeit ruhen wir uns aus, tanken neue Energie und bereiten uns vor, um 2026 noch intensiver für den Wolf einzutreten. Wir wünschen euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge das zurückkehrende Licht uns allen Stärke geben.
In tiefer Verbundenheit mit der Natur und den Wölfen,

Euer Team von Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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Kabinettsbeschluss: Im Jagdrecht droht den Wölfen die erneute Ausrottung

Das Bundeskabinett hat gestern die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz beschlossen. Ein weiterer Schritt zum Tötungsrausch auf die ehemals streng geschützte Art. Wolfsschutz-Deutschland e.V. sieht darin den Abschluss eines jahrelangen systematischen Abbaus des Artenschutzes und kritisiert zusätzlich die politische Manipulation des „günstigen Erhaltungszustands“, die geplante Reform des Verbandsklagerechts sowie den weiteren Weg des Gesetzes durch den Bundesrat als weiteren Schlag gegen unabhängigen Naturschutz.

Ein Beschluss mit langer Vorbereitung und politischer Manipulation

Die Novelle ermöglicht in Regionen mit „günstigem Erhaltungszustand“ und hoher Wolfsdichte revierübergreifende Managementpläne, Quoten und schnellere Entnahmen von „Problemwölfen“ – oft ohne die bisherigen strengen Einzelfallprüfungen. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach von einem „guten Tag für Weidetierhalter“. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte, der Wolf solle bleiben und Koexistenz mit der Weidetierhaltung möglich sein. Präventiver Herdenschutz würde weiter gefördert, doch in der Praxis wird Jagdrecht zur einfachen Alternative. Der „günstige Erhaltungszustand“ – die zentrale Voraussetzung für diese Lockerung – wurde jedoch politisch herbeigeführt. Experten des Bundesamts für Naturschutz und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatten wissenschaftlich ein deutlich größeres Referenzgebiet und eine höhere Mindestpopulationsgröße ermittelt, was zu einem ungünstigen Zustand geführt hätte. Ein Schreiben aus dem Staatssekretariat von Jochen Flasbarth (SPD) https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/10/leak-entlarvt-flasbarths-daten-trick-soll-den-wolf-zum-freiwild-machen/
wies jedoch an, diese Werte nicht als Referenz zu verwenden. Stattdessen wurde die Fläche verkleinert und die Populationsgröße heruntergestuft. Hier wurden wissenschaftliche Daten zugunsten lobbygetriebener Politik verbogen und mittels der nächsten Abstimmung auf dem Weg ins Jagdrecht ignoriert. Dies könnte sogar eine Rechtsbeugung darstellen. 
Beispielbild Wölfe. © Brigitte Sommer
Der gesamte Beschluss ist kein Zufall, sondern jahrelang vorbereitet. Schon unter der Ampel-Koalition ebnete die Zustimmung zur Herabstufung in der Berner Konvention und der EU-FFH-Richtlinie 2024 den Weg. Die Grünen, die das als Regierungspartei mittrugen, kritisieren nun aus der Opposition – eine Heuchelei, die unser Verein scharf verurteilt. Der Gesetzentwurf muss nun noch durch den Bundestag und den Bundesrat. Aufgrund der unionsgeführten Mehrheit im Bundesrat ist auch dort mit einer Zustimmung zu rechnen – ein weiterer Schritt, der den Widerstand chancenlos macht. Aber wir berichteten auch bereits darüber, dass sich bei der Umweltministerkonferenz die Minister aller Parteien einig waren, den Wolf ins Bundesjagdrecht zu übernehmen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/
Nun in der Opposition wettern die Grünen praktisch gegen die Zustände, die sie selbst mit eingeleitet haben und denen sie in der Umweltministerkonferenz selbst zugestimmt haben, deshalb wird das Gesetz auch durch den Bundestag gehen.

Reform des Verbandsklagerechts: Letzte Bremse wird geschwächt

Besonders alarmierend ist die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Reform des Verbandsklagerechts. „Das Verbandsklagerecht vor Verwaltungsgerichten werden wir reformieren, straffen und auf die tatsächliche Betroffenheit ausrichten. Wir werden es bis auf das europarechtliche Mindestmaß absenken“, heißt es dort wörtlich. Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz soll ebenfalls überprüft und auf EU-Minimum angepasst werden. Bisher haben Verbandsklagen in Ländern wie Niedersachsen fast jede Abschussgenehmigung gekippt. Künftig könnte diese Kontrolle durch die neue jagdrechtliche Basis und die Reform weiter ausgehöhlt werden. Die letzte gerichtliche Bremse wird gezielt geschwächt – genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

Politische Realität und fehlende Mobilisierung

Große Verbände drohen nur mit Klagen und verweisen auf die laufende EU-Klage von Green Impact. Doch solche Verfahren dauern Jahre, während die Gesetzesänderung schon 2026 in Kraft treten wird. Große Verbände, wie Nabu, WWF oder BUND könnten eine weitere Klage aus der Portokasse tragen, während kleine Vereine das Geld dafür über Gofundme-Kampagnen zusammen kratzen müssen. Der Nabu ruft seine Mitglieder stattdessen jetzt dazu auf, die Abgeordneten anzuschreiben. Reine Show. Petitionen und Proteste verpuffen oft wirkungslos in einem System, das Agrar- und Jagdlobby priorisiert und in dem alle Parteien umfallen und letztendlich mitmachen. Für die Mehrheit der Bevölkerung bleibt das Thema Wolf angesichts von Inflation und Alltagsproblemen sowie Angst vor Kriegen zweitrangig. Die Mobilisierung einer neuen Friedensbewegung unter jungen Menschen macht jedoch auch Hoffnung, dass sich mehr junge Menschen auch für Naturschutz interessieren und in wirklich unabhängige Naturschutzvereine, wie unseren, eintreten und aktiv vor Ort mitmachen. 
Es ist auch längst wissenschaftlich belegt, dass Jagd auf Wölfe nicht weniger Risse bedeuten, sondern eher mehr Risse, da zerschossene Wolfsfamilien auf leichtere Beute zurück greifen müssen. Aktuell belegt auch durch das sinnlose Töten in der Schweiz, wo das Blut von Wolfswelpen die Almen tränkt. Wo Wildhüter zu Wildübertötern werden. Wo Schutz zu Schuss verkommt. Dies droht nun auch bei uns.
Beispielfoto Wolf, © Brigitte Sommer
Die Wölfe in Deutschland wurden bereits einmal vollständig ausgerottet – nun droht ihnen durch diese Lobbymacht eine zweite Vernichtung. Es mögen für viele Menschen „nur“ die Wölfe sein, doch die Wölfe stehen als Sinnbild für unsere gesamte Natur und den Umgang mit den Schwächeren in einer Gesellschaft, für die das Gemeinwohl keine Rolle mehr zu spielen scheint. Wer sich für Wölfe einsetzt, setzt sich letztendlich auch für sich selbst ein, denn bei kaltblütigen Konzernmächten, die hinter den Lobbyisten stehen, besteht die Gefahr, dass sie vor nichts mehr Halt machen werden.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. bleibt realistisch und ehrlich: Wir verkaufen keine Illusionen von schnellem Wandel durch Dialog oder Petitionen. Stattdessen setzen wir auf unabhängige Aufklärung und konsequente Prävention. Konkret wird der Verein eine eigene EU-Beschwerde gegen den Beschluss und die Manipulation des Erhaltungszustands einreichen, das interne Wolfsmonitoring weiter ausbauen, die Präsenz vor Ort in betroffenen Regionen verstärken und Verstöße sowie Vorfälle – insbesondere auf Drückjagden  sowie auf kommenden Wolfsjagden – systematisch dokumentieren und weiter eigene kritische Artikel verfassen. Erst wenn mehr Menschen die Realität wahrnehmen, statt ihre Zeit und Energie in reine Showprojekte, wie das Anschreiben der Abgeordneten stecken, die dies mit Sicherheit nicht sonderlich beeindrucken wird,  können wirksame Mechanismen ergriffen werden.  Wir rufen Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde dazu auf – insbesondere die, die bei den großen Verbänden Mitglied sind – dort Druck auszuüben. Diese großen Verbände haben genug Macht und Geld und Manpower, um beispielsweise auch eine echte Großdemonstration zu organisieren. Dass sie es nicht tun, sagt einiges über diese Verbände aus, in denen Jäger oft an der Spitze sitzen und ganz andere Interessen als den Schutz der Wölfe zu verfolgen scheinen, wie bei Nabu oder WWF. Wir brauchen aber echte Handlung statt Show, wenn wir nicht ein zweites Mal dafür verantwortlich sein wollen, dass unsere Wölfe sinnlos ausgerottet werden, denn kein einziger Weidetierhalter wird davon provotieren, sondern nur Barbarei und Tötungslust.
Weiterer Artikel zum Thema:
Erschütterndes aus der Bundespressekonferenz: https://www.youtube.com/watch?v=6-aqZY0SRNk

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Wolfswelpe in Drenthe: Spieltrieb wie bei Hundewelpen – Vernunft statt Stress

Im Nationaal Park Dwingelderveld (Provinz Drenthe, Niederlande) ist ein sieben Monate alter Wolfswelpe am 11. Dezember 2025 zwei Wanderern hinter her gelaufen.  Videos zeigen ein verspieltes, neugieriges Verhalten, das für Wolfswelpen typisch ist. Genau wie Hundewelpen, die spielerisch in Waden kneifen oder um Beine herumtollen, testet der junge Wolf Grenzen aus. Die Provinz Drenthe stufte das als „zorgwekkend gedrag“ (besorgniserregendes Verhallten) ein und plant intensives Monitoring sowie mögliche Vergrämung (z. B. Paintball-Gewehr, Betäubung und Sender). Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. sind wir nicht grundsätzlich gegen Vergrämung – im Gegenteil: Eine frühe, konsequente und tierschutzgerechte Vergrämung kann helfen, Scheu aufzubauen und Problementwicklungen zu verhindern. Was wir ablehnen, sind ausartende Maßnahmen wie in Großhennersdorf in Sachsen und Panikmache. Wir beleuchten in unserem Artikel psychologische Aspekte von Panik und bringen Fakten, die zur Entspannung beitragen müssten.

 

Beispielfoto 7 Monate alte Wolfswelpen.
In Großhennersdorf wurde ein siebenmonatiger Welpe gefangen, besendert und massiv vergrämt – ohne dass ihm ein Fluchtweg gelassen wurde.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/
Solche intensiven, stressreichen Eingriffe kritisieren wir scharf: Sie verursachen unnötiges Leid und können das Tier traumatisieren, ohne langfristig zu helfen. Stattdessen plädieren wir für eine sanfte, aber klare Vergrämung bereits bei den ersten Anzeichen: Schreien, in die Hände klatschen, Arme schwenken oder Steine in die Nähe werfen – also „unfreundlich“ werden, wie es jeder Spaziergänger selbst tun kann. Genau das hätte auch im aktuellen niederländischen Fall geholfen: Der Betroffene hätte den Welpen durch deutliches, dominantes Verhalten sofort in die Flucht schlagen können.
Hier das Video:

Mögliche Ursachen: Habituation und Persönlichkeitstypen

Weniger Scheu kann für Habituation sprechen – der Welpe könnte gelernt haben, Menschen als harmlos und sympathisch einzuschätzen. Eine direkte Anfütterung ist nicht bewiesen, doch in den Niederlanden (z. B. auf der Veluwe) haben Fotografen wiederholt durch zu große Nähe oder Futter Wölfe angelockt. Solches Fehlverhalten muss konsequent geahndet werden. Wolfsforscher Günther Bloch unterscheidet bei Wölfen „A-Typen“ (neugierig, wagemutig) und „B-Typen“ (scheu). Junge A-Typen zeigen oft genau dieses forsche Verhalten – ohne böse Absicht. Genau dieses Verhalten wurde neben Wolfsvater Bram auch Jungwolf Kurti zum Verhängnis. Unser heftiger Protest gegen den Abschuss dieses unschuldigen Tieres führte letztendlich zur Gründung von Wolfsschutz-Deutschland e. V. Wir haben Kurti einen eigenen Bereich gewidmet. https://wolfsschutz-deutschland.de/fall-kurti/
Wir sind auch heute noch der Überzeugung, dass dieser Abschuss nicht nötig war. Das Tier wurde einer panikhaften Unvernunft geopfert, die darin mündete, dass Fachleute glaubten, die Agrar- und Jagdlobby würde Ruhe geben, wenn dieser Wolf geopfert werden würde. Eine Karikatur des Illustrators Thorsten H. zeigte tatsächlich einen Wolf, der wie Jesus am Kreuz „genagelt“ war. Eine Wolfsmutter mit Welpen fragt darunter sinngemäß: „Wer ist das?“, und die Bildunterschrift implizierte, dass „Kurti“ als Märtyrer für den Schutz aller anderen Wölfe in Deutschland „gestorben“ sei. Religiöse Symbolik, überzogen und kontraproduktiv – ein Beispiel, wie Emotionen in hitzigen Debatten die Vernunft überholen können. Denn das Gegenteil war danach der Fall. Die Lobby legte erst richtig los. Auch Bram könnte noch leben, wenn nicht Panik, sondern Vernunft herrschen würde. Auch für seine Vergrämung wäre es unserer Ansicht nach nicht zu spät gewesen, zumal die Umstände der Vorfälle mit Menschen sich bis heute umstritten darstellen.

Psychologische Aspekte und reale Risiken

Heftige Reaktionen haben oft psychologische Gründe: Evolutionäre Angst, Märchen und Medienhype führen zu verzerrter Wahrnehmung. Selbst Experten greifen manchmal reflexartig – wie im Fall Großhennerdrof und Kurti zu extremen Maßnahmen. Doch liegen sie damit richtig? 

Sarah Marshall-Pescini, eine britische Verhaltensforscherin und Leiterin des Wolf Science Centers am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni Wien, leitet seit 2020 ein ambitioniertes Forschungsprojekt zu Wölfen in Italien. Die Studie untersucht, wie Grauwölfe sich an zunehmend menschendominierte Lebensräume anpassen und ob dies zu Veränderungen in ihrem Verhalten, ihrer Physiologie und Genetik führt. Sie ist Teil eines breiteren Forschungsinteresses an der Koexistenz von Raubtieren und Menschen in urbanisierten Gebieten. Das Kernziel ihrer Studie ist es, zu klären, ob Wölfe in der Nähe von Siedlungen anders leben als in abgelegenen Gebieten. Speziell wird gefragt: Gibt es Unterschiede in Verhalten (z. B. Neophobie, Erkundungsbereitschaft, Sozialverhalten), Endokrinologie (z. B. Stresshormone wie Cortisol) und Genetik. Wie wirkt sich Urbanisierung auf die Anpassungsfähigkeit der Wölfe aus? Welche Einstellungen haben Menschen zu „urbanen“ Wölfen und sind sie bereit, ihr Verhalten anzupassen, um Konflikte zu minimieren (z. B. durch besseren Herdenschutz oder Abfallmanagement)?

Die Studie betont die doppelte Perspektive: Nicht nur die Anpassung der Wölfe an Menschen, sondern auch umgekehrt – wie Menschen auf die Rückkehr der Wölfe reagieren. Dies soll zu Strategien für eine friedliche Koexistenz beitragen, insbesondere in Europa, wo Wolfspopulationen expandieren.  Die Feldstudien finden in den italienischen Apenninen statt, wo Wölfe seit den 1970er Jahren geschützt sind und sich in variierenden Urbanisierungsgraden (von der Wildnis bis zu periurbanen Zonen) bewegen. Die Forscher beobachten über 50 Wolfsrudel entlang eines „Urbanisierungsgradienten“, basierend auf dem Human Footprint Index (ein Maß für menschliche Einflussnahme). Das Projekt ist interdisziplinär und kombiniert Ethologie, Ökologie und Sozialwissenschaften. Es läuft in Kooperation mit der Universität Sassari (Italien) und baut auf früheren Feldstudien seit 2016 auf.
Die Studie ist noch nicht abgeschlossen, daher gibt es keine finalen Publikationen. Vorläufige Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Wölfe sich gut an menschliche Nähe anpassen: Kein signifikanter Anstieg von Stress (niedrige Cortisol-Werte), kein „mutigeres“ oder aggressiveres Verhalten. Stattdessen bleiben Wölfe scheu und meiden direkte Konfrontationen, nutzen aber Gelegenheiten wie Abfälle oder Wild in Siedlungsnähe.

Eine kürzlich veröffentlichte verwandte Arbeit (Oktober 2025) analysiert Bürgeranrufe zu Wölfen und zeigt einen Anstieg von menschlichen Ängsten, aber keine Zunahme realer Konflikte – ein Hinweis, dass Wahrnehmung oft stärker eskaliert als die tatsächliche Situation.

Diese Studie ist hochaktuell, da Wölfe in Europa (inklusive Italien) in menschendominierte Gebiete expandieren müssen. Sie widerlegt Mythen von „problematischen“ Wölfen und unterstützt evidenzbasierte Strategien wie Bildung, Konfliktprävention und Schutzmaßnahmen. Marshall-Pescini betont, dass Wölfe intelligente Anpasser sind, die Koexistenz ermöglichen – solange Menschen sie respektvoll behandeln.
Ein wunderbares Vorbild für die Koexistenz mit Wölfen ist der Dokumentarfilm „Auf der Spur der Küstenwölfe“ von Gudrun Pflüger (2007). Die Biologin erlebte friedliche Begegnungen mit Küstenwölfen in Kanada und bewies, dass selbst Nahbegegnungen mit Wölfen nicht gefährlich sein können.
Das „allgemeine Lebensrisiko“ (auch „alltägliches Lebensrisiko“ oder „Akzeptiertes Risiko“ genannt) beschreibt die Gefahren, die wir im täglichen Leben bewusst oder unbewusst akzeptieren, weil sie zum normalen Leben dazugehören und statistisch gesehen ein extrem geringes Risiko darstellen, schwer verletzt oder getötet zu werden.

Beispiele dafür sind:

  • Autofahren oder Mitfahren: In Deutschland sterben jährlich ca. 3.000 Menschen im Straßenverkehr – das ist eines der höchsten alltäglichen Risiken, das wir alle bereitwillig eingehen.
  • Hundebisse: Hunde verletzen in Deutschland jedes Jahr Zehntausende Menschen, mit mehreren Todesfällen pro Jahr (meist Kinder oder Senioren).
  • Kuhunfälle: Auf Weiden oder Almen werden Spaziergänger und Landwirte regelmäßig von Rindern angegriffen – in den Alpenländern gibt es jährlich mehrere tödliche Vorfälle.
  • Treppenstürze, Fahrradunfälle, Stromunfälle, Ertrinken usw.: Alles Risiken, die weit höher sind als die Gefahr durch einen Wolf.
In der Wolfsdebatte wird der Begriff oft verwendet, um den Eindruck zu erwecken, dass die Rückkehr der Wölfe ein hohes zusätzliches Risiko mit sich bringt. Fakt ist, dass ein mit Wölfen verbundenes Risiko deutlich geringer ist, als viele bereits akzeptierte Alltagsrisiken. Seit der Rückkehr der Wölfe gab es keinen einzigen tödlichen Angriff auf Menschen durch einen gesunden frei lebenden Wolf. Das Risiko, von einem Wolf verletzt zu werden, liegt statistisch bei nahezu Null – vergleichbar mit dem Risiko, vom Blitz getroffen zu werden. Der Vorwurf lautet daher häufig: Während wir bereit sind, täglich ins Auto zu steigen oder mit dem Hund spazieren zu gehen, wird beim Wolf oft eine „Null-Risiko-Forderung“ erhoben, die in keinem anderen Bereich des Lebens existiert. Eine vernünftige Risikoabwägung bedeutet, den Wolf als Teil der Natur zu akzeptieren und durch Prävention (z. B. Herdenschutz, richtiges Verhalten bei Begegnungen) das ohnehin schon minimale Risiko weiter zu senken – statt ihn zu verteufeln oder zu eliminieren.
Das allgemeine Lebensrisiko erinnert uns daran, Ängste und Maßnahmen in Relation zu setzen und nicht nur emotionale, sondern auch faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Dies gilt auch und gerade für Experten. 

 

Quellen:

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„Wolfsschmutz“ aus dem eigenen Lager: Offener Brief an Achim Heisler

Offener Brief an Achim Heisler, Tierpark Lüneburger Heide

Sehr geehrter Herr Heisler,
als Vorstand von Wolfsschutz-Deutschland e.V. richten wir diesen offenen Brief direkt an Sie, in Reaktion auf einen aktuellen FB-Beitrag, in dem Sie dort Diskussionen unter Tierschützern als „Wolfsschmutz“ brandmarken und damit stellvertretend für das Scheitern einer geschlossenen Front verantwortlich machen. Ihr Appell zur Einheit in Zeiten massiver politischer Bedrohungen ist verständlich – doch genau hier lenken Sie geschickt ab von den wahren Verantwortlichen.
Die großen Naturschutzverbände, in deren Umfeld Sie sich als Partner von Tanja Askani bewegen, haben den Wolf längst fallen lassen. Seit November 2025 liegt ein Referentenentwurf vor, der den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufnimmt – mit rechtssicheren Entnahmen bei überwundenem Herdenschutz, regionalem Bestandsmanagement in „dichten“ Gebieten und sogar der Möglichkeit, Welpen früh zu „entnehmen“. Basierend auf einer hochumstrittenen Meldung eines „günstigen Erhaltungszustands“ an die EU, die unabhängige Studien (z. B. Senckenberg/LUPUS) klar widerlegen und die offenbar politisch manipuliert wurde. NABU, WWF, BUND und Co. kritisieren das zwar verbal, bleiben aber im „pragmatischen“ Diskurs stecken – Kompromisse, die den Weg für eine schleichende Bejagung ebnen.
Beispielfoto Wölfe.

 

Genau das thematisieren wir in einem aktuellen Thread über Carl Popper und Meinungsfreiheit. Karl Popper war ein österreichisch-britischer Philosoph des 20. Jahrhunderts (1902–1994) und einer der einflussreichsten Denker der Wissenschaftstheorie und politischen Philosophie. Am bekanntesten ist er für zwei große Bereiche: Kritischer Rationalismus und Falsifizierbarkeit.

Popper revolutionierte die Wissenschaftstheorie, indem er sagte: Eine Theorie ist nur dann wissenschaftlich, wenn sie prinzipiell widerlegbar (falsifizierbar) ist. Statt endlos Beweise zu suchen, müssen wir versuchen, Theorien zu widerlegen – und wenn sie das überstehen, sind sie vorläufig akzeptabel. Das war ein direkter Angriff auf dogmatische Systeme, die sich jeder Kritik entziehen. In „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ (sein Hauptwerk, 1945), kritisiert er totalitäre Ideologien (Platon, Hegel, Marx) und plädiert für die offene Gesellschaft: Eine Demokratie, die auf Kritik, Fehlerkorrektur und institutioneller Kontrolle basiert – nicht auf utopischen Heilsversprechen. Sein berühmtes Zitat dazu: „Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle.“ Selbst die besten Absichten können in Unterdrückung umschlagen, wenn man Kritik und abweichende Meinungen nicht zulässt.

Deshalb: Offene Kritik ist kein „Kleinklein“ oder Ego-Trip, sondern der Kern einer ehrlichen Schutzbewegung. Unser Popper-Thread sowie Diskussionen von anderen Wolfsfreunden zu Themen wie Copyright oder internen Differenzen laufen ausschließlich auf Facebook. Es ist geradezu verrückt zu glauben, dass FB-Diskussionen, und sei es gerade über Copyrightverstöße, irgendeinen relevanten Einfluss auf politische Entscheidungen in Ministerien oder im Bundestag hätten. Die Vorstellung, dass genau diese Beiträge die Einheit zerstören und den Wölfen schaden, ist absurd.
Ausriss aus Ihrem Thread: Die Formulierung „selbsternannte Wolfsschützer“ in Ihrem Beitrag ist ein klassischer rhetorischer Kniff – und ein ziemlich fieser noch dazu. Sie impliziert, dass es eine „echte“, legitime Riege von Wolfsschützern gibt (nämlich die etablierten, mit denen er sich verbunden fühlt: große Verbände, bekannte Experten wie Tanja Askani, langjährige Akteure), und dann eine Gruppe von Leuten, die sich das Label einfach selbst angeheftet haben, ohne echte Qualifikation, Erfahrung oder Berechtigung. Es ist eine Abwertung, die suggeriert: Die einen sind die Profis, die anderen bloße Hobbyisten, Aufmerksamkeitsjäger oder gar Scharlatane. Die Bezeichnung dient also vor allem einem Zweck: Kritische, unabhängige Stimmen zu delegitimieren, ohne sich inhaltlich mit ihren Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Es ist eine Form von Gatekeeping: „Ihr gehört nicht richtig dazu, also habt ihr auch kein Recht, unsere Kompromisse zu kritisieren.“ Das ist nicht nur unfair – es ist kontraproduktiv. Eine starke Schutzbewegung braucht genau diese Vielfalt: die institutionalisierten Player mit Lobby-Zugang und die unabhängigen, lautstarken Kritiker, die verhindern, dass zu viele Kompromisse gemacht werden. Wenn man die einen als „selbsternannt“ abqualifiziert, schwächt man die gesamte Bewegung. Der Begriff ist ein billiger rhetorischer Schlag unter die Gürtellinie, der mehr über die Unsicherheit der Etablierten aussagt, als über die Kritisierten.

 

„Ansprüche auf Deutungshoheiten“
Sie unterstellen damit, dass kritische Stimmen nicht aus sachlicher Überzeugung handeln, sondern primär Macht und Kontrolle über die „richtige“ Interpretation des Wolfsschutzes wollen. Das ist eine klassische Diskreditierung: Statt sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen (z. B. Kritik an Kompromissen der großen Verbände), wird das Motiv der Kritiker in Frage gestellt. Es wird suggeriert: „Die sind gar nicht wirklich für die Wölfe, die wollen nur das Sagen haben

Neid und Rivalitäten“
Noch heftiger: Hier wird unterstellt, dass die öffentliche Kritik nicht aus echter Sorge um den Wolf entsteht, sondern aus persönlichem Neid – vermutlich auf die Bekanntheit, die Nähe zu „echten“ Experten (wie Tanja Askani) oder die vermeintliche Legitimität der etablierten Akteure. Das ist eine direkte Attacke auf die Integrität und die Motive von Kritikern.

Diese Unterstellungen von „Deutungshoheit“ und „Neid“ sind manipulative Techniken, die darauf abzielen, legitime Kritik zu diskreditieren und die Kritisierten emotional zu verunsichern. Das ist kein fairer Diskurs – das ist ein Versuch, unliebsame Stimmen mit psychologischen Mitteln zum Schweigen zu bringen.
Politische Weichenstellungen wie der aktuelle Entwurf werden hinter verschlossenen Türen getroffen – nicht durch Facebook-Threads. Ihr Aufruf impliziert jedoch indirekt, dass selbst Diskussionen in sozialen Netzwerken zensiert oder vermieden werden sollten, um „Einheit“ zu wahren. Das ist abwegig und gefährlich. Karl Popper warnte genau davor, dass gute Absichten in Dogmatismus umschlagen, wenn Abweichler als Verräter diffamiert werden. Ihr Aufruf zur Einheit dient genau diesem Zweck: Kritische Stimmen wie unsere mundtot zu machen, während die etablierten Verbände den Wolf schrittweise opfern, um Einfluss zu wahren. Das ist clever – aber zutiefst schädlich für die Wölfe.
Statt Abweichlern und anscheinend auch unserem Verein die Schuld am Versagen der Großen zuzuschieben: Wo war der „gemeinsame Aufschrei“, als die Regierung den Erhaltungszustand fälschte? Wo eine  radikale Strategie gegen die Jagdlobby? Die Wölfe brauchen starke, unabhängige Stimmen, keine erzwungene Fassade und schon gar keine Selbstzensur in sozialen Medien – und erst recht keine Übernahme von Begriffen aus dem Lager der Wolfshasser.
Unser Weihnachtswunsch: Sie sollten sich von der Rolle des Spalters verabschieden, der die „reine Lehre“ verteidigt, und stattdessen Brücken bauen – auch zu denen, die lauter und kompromissloser sind als Sie selbst. Nur so wird der Wolfsschutz stärker, vielfältiger und letztlich erfolgreicher. Die Wölfe haben es verdient.
Mit kritischen Grüßen
Vorstand Wolfsschutz-Deutschland e. V.
Ulrike de Heuvel
Jürgen Götz
Volker Vogel
Brigitte Sommer
Quellen:

Update zum Großhennersdorf-Protest: Unser Widerspruch gegen die Art der Vergrämung steht – trotz Mobbing und Doppelmoral

Seit unserem Protest gegen die Hard-Release-Aktion als Vergrämungsmaßnahme des 7-monatigen Wolfswelpen aus dem Rudel Großhennersdorf (Oberlausitz) in Sachsen haben wir nicht nur Behördenkritik geübt, sondern auch die üblichen Wellen aus Mobbing und Gaslighting erlebt. Hier ein Update zu den Entwicklungen – basierend auf aktuellen Fakten. Wir fordern Transparenz statt Heimlichtuerei.

Rückblick: Was bisher geschah

Am 22. November 2025 wurde der Welpe in einer behördlichen Aktion des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Sachsen und des LUPUS-Instituts eingefangen, mit einem GPS-Sender versehen und in einer brutalen „Hard-Release“-Methode freigelassen: Umzingelt von 20 Personen, Hunden, Hupen und mit spitzen Stangen traktiert, um eine „Scheu“ gegen Menschen zu erzeugen. Wie LUPUS-Mitarbeiter Gunnar S. in einem Statement vom 6. Dezember betonte, sei dies „bewusst so unkomfortabel wie möglich für das Tier“ – gewollt, um eine negative Erfahrung zu verankern, ohne Verletzungen. Der Welpe zeige habituiertes Verhalten: Er nähere sich Menschen auf „extrem nahe Distanzen“, mache Spielaufforderungen und sei „nur schwer zu verscheuchen“. Schell spricht vom „dritten Mal in drei Jahren“ aus demselben Rudel und vermutet Konditionierung durch Fütterung. Statt Ursachen zu klären, eskaliert man aber unserer Ansicht nach: Man warte derzeit auf die Genehmigung zur Vergrämung mit Paintball-Waffen; bei anhaltenden Auffälligkeiten drohe Abschuss als „letztes Mittel der Wahl“. Umsiedlung oder Gehege-Aufzucht? S. schließt das aus: „Nach Abschluss des 3. Lebensmonats würden Wölfe nicht mehr in Gehege verbracht“ und „Umsiedeln ließen sich Wölfe ohnehin nicht“. Zudem behauptet er: „Eltern sowie Geschwister lebten in diesem Gebiet“ – ein Widerspruch zu DBBW-Daten, die nur einen Welpen und eine verschollene Mutter (GW571f) bestätigen. Unser Widerspruch steht: Solche Methoden sind unverhältnismäßig und tierschutzrechtlich fragwürdig (§ 5 SächsWolfMVO), da bei einer Vergrämung immer ein Fluchtweg bleiben muss. Eine vorübergehende Unterbringung in einem Gehege mit Vergrämungsmaßnahmen, die dem Tier aber tatsächlich die Flucht in eine andere Ecke ermöglichen, wären unserer Ansicht nach aber durchaus möglich. Und im Gegensatz zur Kiste, wo das Tier die Menschen nicht einmal sehen konnte, wäre hier auch ein Sichtkontakt unzweifelhaft und unmissverständlich gegeben. 
Screenshot des Beitrages des LUPUS-Mitarbeiters.

Gaslighting und Mobbing als Reaktion

Zu unserem Widerspruch gegen die Vergrämung des 7-monatigen Wolfswelpen aus Großhennersdorf erreichen uns  wieder viele „freundliche“ Hinweise aus anderen Naturschutzverbänden: „Ihr schadet dem Wolf.“
„Ihr müsst endlich geschlossen hinter den anderen Vereinen stehen.“
„So verliert der Naturschutz seine Akzeptanz.“
„Kommt bitte wieder auf Linie.“
Mit Verlaub: Nein. Wenn „geschlossen hinter den anderen Vereinen stehen bedeutet, dass ein 7 Monate altes Tier mit Stöcken in einer dunklen Kiste traktiert werden darf, wo es seine künftigen Angstgegner nicht einmal sehen kann, dass drei Jahre lang auffällige Welpen aus demselben Rudel nie öffentlich kommuniziert wurden, dass eine Seniorin, die eine staatliche Aktion filmt, als unanständig dargestellt wird und dass niemand nach möglichen Fütterern sucht, sondern lieber das Jungtier büßen lässt, dann ist diese „Linie“ keine Naturschutzlinie, sondern eine Gehorsamslinie. Naturschutz lebt von Vielfalt, nicht von Gleichschaltung.
Karl Valentin soll gesagt haben:
„Wo alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht.“
Genau deshalb gibt es verschiedene Verbände, Vereine und Stimmen, damit nicht nur eine Meinung übrig bleibt, die zufällig immer genau das sagt, was Behörden gerade hören wollen. Das LUPUS-Institut ist eine GbR (Reinhardt & Kluth), die seit 2006 im Auftrag des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (SMNG) für das LfULG arbeitet. Als Auftragnehmer ist es weisungsgebunden und kann sich kaum erlauben, einer Landesregierung oder einem Landrat zu widersprechen, der „Entnahme“ als ultima ratio im Raum stehen lässt. Genau deshalb braucht es unabhängige Vereine, die laut „Nein“ sagen, wenn Methoden über das Ziel hinausschießen,“ erklärten wir hier in unserem Artikel: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/07/sachsen-wolfsvergraemung-schiesst-weit-ueber-das-ziel-hinaus/
Hier ist auch das Video eingebaut, das sich jeder anschauen, und selbst eine Meinung bilden kann.
Auch vollkommen aus dem Ruder gelaufener Kommentar von Roma F., der Seitenbetreiberin von „Der Wolf soll bleiben“, die unsere vollkommen wertschätzende Kritik an der Aktion als „Hetze“ bezeichnete und im großen Umfang behauptete, dass wir gegen die Vergrämungsaktion selbst seien, was die Unwahrheit ist. (Screenshot)

Unser Widerspruch steht

Er ist rechtlich sauber, er ist tierschutzfachlich begründet und er ist notwendig, weil gerade niemand sonst in diesem Verfahren laut „Stopp!“ ruft. Wer das als „Schaden für den Wolf“ bezeichnet, hat vergessen, dass der eigentliche Schaden entsteht, wenn kritischer Naturschutz zum Schweigen gebracht wird. Wir schweigen nicht. Und wir lassen uns auch nicht „auf Linie“ bringen. Wir haben nichts gegen Vergrämung, doch diese Aktion ist über das Ziel hinaus geschossen. Wölfe greifen nur an, wenn sie keinen Fluchtraum mehr haben. Flucht ist ihre Lebensversicherung. Stillstand oder Angriff kann ein Todesurteil. bedeuten. Das ist Grundlagenwissen.
Was passiert aber bei einer sächsischen „Hard-Release“-Aktion wie aktuell in Großhennersdorf?  Ein 7 Monate alter Welpe wird nachts in eine engen Box eingesperrt, dann von zirka 20 kreischenden und lachenden Personen plus Hupen, plus spitzen Stangen traktiert und muss Schmerzen erleiden. Fluchtraum ist nicht vorhanden.
Das Tier hat exakt zwei Möglichkeiten: Panikstarre (Stillstand) oder verzweifelte Abwehr („Angriff“).
Beide Reaktionen könnten später als Beweis gewertet werten, dass der Welpe „nicht mehr scheu“ und „problematisch“ wäre, also Paintball-Vergrämung, wie beantragt und danach Abschuss.
Kurz: Die Behörde nimmt dem Tier zu lange bewusst die Flucht als Lebensversicherung weg. Das ist kein natürliches Offensiv-Defensiv-Verhalten.  Flucht muss immer möglich bleiben, bei einer artgerechten Vergrämung.

Aktuelle Entwicklungen: Der Protest wirkt, die Kritik wächst

In den letzten Tagen haben sich weitere Stimmen positioniert: Während der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. in einer Stellungnahme die Vorgehensweise des LUPUS-Instituts ausdrücklich lobt und die Mitarbeiter als „aufopferungsvoll“ und „rettend“ darstellt, fordern unabhängige Stimmen wie wir weiterhin sanfte Alternativen und Transparenz. Lokale Berichte (z. B. MDR) bestätigen anhaltende Sichtungen, aber keine Panik vor Ort. Der Paintball-Antrag steht aus, doch der Druck steigt – auch durch unsere weitere UIG-Anfrage ans LfULG: Wir fordern die Klärung der „drei Fälle in drei Jahren“, inklusive Protokolle, genetischer Nachweise und Ermittlungen zu möglichen Fütterern. Ss. Statement, das mit „krudesten Theorien sowohl von Tierschützern als auch Wolfsgegnern“ eine erforderliche Debatte abtut und die Video-Veröffentlichung durch eine Seniorin als „unabgesprochen“ und quasi unanständig darstellt, unterstreicht nur unsere Forderung: Unabhängige Beobachter bei künftigen Aktionen und volle Offenlegung.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Leak entlarvt: Flasbarths Daten-Trick soll den Wolf zum Freiwild machen

Die Rückkehr des Wolfs in Deutschland sollte eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes sein: Eine streng geschützte Art, die Dank EU-Recht (FFH-Richtlinie) wieder Fuß fasst. Doch ein neuer Bericht der Aktionsgemeinschaft Naturschutz und Artenschutz (ANCA) vom 9. Dezember 2025 zeigt das Gegenteil: Interne Dokumente des Bundesamts für Naturschutz (BfN) belegen, wie Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) wissenschaftliche Empfehlungen systematisch ignoriert und manipuliert hat, um den Wolf als „nicht gefährdet“ zu verkaufen. Der Leak ist wahrlich kein Weihnachtsgeschenk für die Lobbyisten, denn er stärkt die Klage von Green Impact.

Was ANCA als „politische Übersteuerung“ beschreibt, wirkt aus unserer Sicht wie ein gezielter Schlag gegen den Artenschutz – und riecht nach Korruption im Schatten der Macht. Denn Flasbarth war nicht irgendwer: Er war jahrzehntelang Präsident des NABU, dem größten Naturschutzverband Deutschlands. Und sein Chef, Umweltminister Carsten Schneider (ebenfalls SPD), sitzt in einem System, das mehr auf Lobby, als auf Fakten setzt. Ist das noch Naturschutz – oder Brot und Spiele für die Massen, während Großkonzerne im Hintergrund die Fäden ziehen?
Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer

Die Enthüllung: Wissenschaftliche Daten werden politisch umgedeutet

Der ANCA-Bericht basiert auf einem nie veröffentlichten BfN-Entwurf zur EU-Art-17-Berichterstattung. Darin wird der Wolf in der kontinentalen Region klar als gefährdet eingestuft: Modelle zeigen ein potenzielles Habitat von bis zu 273.100 km², das für eine stabile Population über 100 Jahre reichen würde. Die Referenzpopulation (Minimum Viable Population) liegt bei 282 Rudeln oder Paaren – unterhalb davon droht Aussterben. Doch Flasbarth drängte auf einen „referenzbasierten Ansatz“: Nur die aktuell besiedelte Fläche von 80.578 km² zählt, die Population schrumpft auf 187 Einheiten. Ergebnis? Der „günstige Erhaltungszustand“ wird künstlich hergestellt – trotz stagnierender Bestände (DBBW-Daten 2024/25: Keine Zunahme, Rückgänge in NRW, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz) und Verdacht auf illegale Abschüsse.
Warum? Die Dokumente sprechen Bände: „Die Politik definiert das Ziel neu, bis ‚grün‘ herauskommt.“ Südliche Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern werden per GIS-Tool als „ungeeignet“ abgehakt, obwohl Modelle das Gegenteil belegen. Das öffnet Türen für mehr Abschussgenehmigungen und „wolfsfreie Zonen“ – ein Geschenk an Jagd- und Agrarlobby. ANCA nennt es „Ups! Verschollener BfN-Wolfsbericht wieder aufgetaucht“ – wir sagen: Das ist kein Versehen, das ist System und ähnelt den Umgang mit „Der Wissenschaft“ in der Corona-Krise. 

Jochen Flasbarth: Vom NABU-Präsidenten zur Lobby-Marionette?

Hier kommt der Korruptionsverdacht ins Spiel – und er ist kein Hirngespinst. Jochen Flasbarth war von 1992 bis 2003 hauptamtlicher Präsident des NABU, davor und danach in führenden Positionen. Als SPD-Mitglied seit 1980 baute er Brücken zwischen Umweltschützern und Politik auf – oder, wie Kritiker es sehen: Er schuf ein Drehkreuz, in dem Interessen verschwimmen. Unter früheren Ministern wie Hendricks und Schulze war er die „treibende Kraft hinter dem Thema Wolf“, immer mit dem Ziel, den Schutz zu „flexibilisieren“. Nun, als Staatssekretär, jongliert er wissenschaftliche Daten einfach um, als wäre es sein persönliches Projekt. NABU schweigt dazu – kein Wunder, wenn der  neue Präsident ein Jäger ist. Ist das Zufall? Oder ein Fall von „revolving doors“, bei dem Ex-Verbandschefs in der Politik landen und alte Netzwerke nutzen, um Lobby-Interessen durchzusetzen? Korruption im klassischen Sinne? Vielleicht nicht strafrechtlich, aber moralisch ein Skandal. Der NABU, der Millionen an Spenden und Fördergeldern kassiert, hätte hier längst Sturm laufen lassen müssen – stattdessen: Funkstille.

Carsten Schneider: Der stille Dirigent im SPD-Orchester

Und sein Chef? Carsten Schneider, seit Mai 2025 Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ist der Prototyp des karrierebewussten SPD-Politikers: Geboren 1976 in Erfurt, verheiratet, zwei Kinder, seit 1998 MdB für Erfurt/Weimar. Von 2021 bis 2025 war er Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland, davor Budget-Sprecher der SPD-Fraktion. Keine direkte NABU-Vergangenheit, aber tief in der Parteimaschinerie verwurzelt – und somit abhängig von Koalitionsspielchen mit Grünen und FDP. Im Wolfs-Kontext übermittelte er kürzlich „nationale Daten“ an Brüssel, die eine „günstige“ Entwicklung bescheinigen – basierend auf Flasbarths Manipulationskunst. Schneider posiert auf X und Instagram als Naturschützer, doch seine Bilanz? Stagnierende Bestände, wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen sogar, dass die Bestände rückläufig sind, werden als Erfolg verkauft, während illegale Abschüsse boomen. Vor diesem Hintergrund wirkt sein Ministerium wie ein Puppentheater: Schneider dirigiert, Flasbarth zieht die Fäden – und die  Wissenschaftler, die die Daten liefern, sind zudem auch noch weisungsgebunden. 
Beispielfoto: Sieben Monate alter Wolfswelpe.

Die großen Verbände: Glaubwürdigkeit im Sinkflug?

Hier wird es richtig bitter: Verbände wie NABU, BUND oder WWF haben Millionenbudgets und Gremiensitze – genug Power, um Systeme zu kippen. Doch sie tun es nicht. NABU kritisiert zwar den Berliner Senat für „Fake News“ zu Wölfen oder die EU-Kommission für Abschwächungen, aber gegen eigene Ex-Präsidenten? Fehlanzeige. Interne Krisen, wie der Rücktritt des NABU-Klimachefs 2022 wegen zu windkraftkritischer Haltung, zeigen: Der Verband balanciert auf dem Seil zwischen Lobbyinteressen – und kippt. Korruptionsvorwürfe? Ein NABU-Ortsverein (Freudenstadt) nennt es glatt „Wissenschaftsbashing, Korruption, Verschwörung gegen den Wolf“. Andere sehen NABU als „Geschäftsmodell Wolf“: Spenden kassieren, aber Kompromisse mit Jägern machen. Wie glaubwürdig sind diese Riesen noch? Wenn sie Macht und Geld haben, echte Veränderungen zu realisieren, aber stattdessen schweigen, während Ex-Funktionäre das Gegenteil von dem tun, was richtig wäre, dann riecht das nach Komplizenschaft. Es ist, als ob die alten Römer wieder da wären: Brot und Spiele für das Volk (Aufklärungs-Kampagnen, Symposien), während im Hintergrund Großkonzerne wie Agrariesen, Rüstungskonzerne und Pharmariesen (via Weide-Lobby) lenken. Der Wolf? Collateral Damage in einem Zirkus, wo der Applaus für den „Schutz“ tobt, die Ketten aber enger werden.

Fazit: Der Vorhang ist gefallen – Zeit, den Zirkus zu verlassen

Der ANCA-Bericht ist kein Weckruf mehr – er ist die nackte Bestätigung dessen, was wir schon lange wissen:
Der „Naturschutz“ ist ein gut inszeniertes Theaterstück. Wissenschaftler werden gekauft, die Daten gedreht, die Verbände schweigen oder spielen mit – und am Ende tanzen alle nach der Pfeife der Agrar- und Jagdlobby. Egal ob SPD, Grüne, Linke, BSW, CDU oder FDP – alle Parteien knicken ein, wenn die richtigen Konzerne Druck machen. Die Rechten sind nicht die einzigen, die sich verkauft haben. Sie sind nur die Lautesten. Die AfD sagt ganz offen, dass sie Wölfe abschießen will. Und sie ist für Aufrüstung.
Noch mehr Protestschreiben, noch mehr Petitionen, noch mehr „konstruktive Gespräche“ werden dieses System nicht mehr reparieren. Sie sind nur noch Teil der Show – Alibi-Übungen, die den Eindruck erwecken sollen, Demokratie würde funktionieren, während hinter den Kulissen längst alles entschieden ist. 
  • Einigung der Ministerien: Am 7. November 2025 haben BMLEH (Alois Rainer, CSU) und BMUKN (Carsten Schneider, SPD) ein „umfassendes Paket“ vereinbart: Aufnahme ins BJagdG, Anpassungen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Stärkung des Herdenschutzes. Das soll Bestandsmanagement erlauben, wo der „günstige Erhaltungszustand“ (GEZ) gegeben ist – ironischerweise basierend auf den manipulierten BfN-Daten, die Flasbarth „grün“ gefärbt hat.
  • Verbändeanhörung abgeschlossen: Der DJV (Deutscher Jagdverband) hat am 3. Dezember 2025 Kernforderungen eingebracht, z. B. Jagdzeit Juni–Oktober auf Jungtiere, um Rudelstrukturen zu erhalten und Risse zu senken.

Es ist Zeit, die Realität zu erkennen:

Dieser Politikzirkus lässt sich nicht mehr von innen reformieren. Wer weiter mitspielt und hofft, die nächste Partei, der nächste Politiker würde als Rettung parat stehen, liefert nur die Statisten für die nächste Runde „Brot und Spiele“. Wer den Wolf wirklich schützen will, muss raus aus dem Zirkus. Hin zu echter Unabhängigkeit, zu direkter  Bürgerkontrolle vor Ort – und zu einem Naturschutz, der sich nicht länger vor der Politik auf die Knie zwingt. Denn solange wir noch mitmachen, gewinnen sie. Der Schlüssel ist, nicht mehr mitzuspielen. Indem wir uns von abhängigen Strukturen lösen und eigene Macht aufbauen, zwingen wir das System zur Veränderung. Es wird hart, aber der Wolf hat keine andere Chance.

 

Leak stärkt EuGH-Klage: Kein Weihnachtsgeschenk für die Lobby

Im Kontext der manipulierten BfN-Daten und des Herbst-UMK-Beschlusses (November 2025) gewinnen die Klagen von Green Impact an Dynamik. Die Organisation, eine italienische Umwelt-NGO, hat bereits im Dezember 2024 eine wegweisende Klage vor dem EuGH eingereicht (Rechtssache T-634/24), die die Herabstufung des Wolfs in der Berner Konvention angreift. Sie wurde im Februar 2025 angenommen und zielt auf Nichtigerklärung ab, mit Argumenten wie fehlender wissenschaftlicher Basis und Verstoß gegen FFH-Richtlinie Art. 16.

Quellen:

https://anca.at/neue-interne-dokumente-belegen-wie-der-staatssekretar-des-bundesumweltministeriums-beim-wolf-die-wissenschaft-beiseite-schob/?utm_source=facebook&utm_medium=jetpack_social&fbclid=IwY2xjawOmNIlleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe07pe8BhA0CYUbkb5uZZdq0Aa3EWg5xZI4N-wEJt3_6MEFyXuGb-gF_EmQzw_aem_XGm5PokraY4wdOK8CDSxbA

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/18/wiederentdeckter-bfn-wolfsbericht-entlarvt-fake-news-der-regierung-wolfsbestand-laut-wissenschaftler-gefaehrdet/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/05/18/der-wolf-und-der-schutz-ein-gerichtsfall-in-europa/

 

Spiel auffordernder Wolfswelpe im Alter von zirka 7 Monaten.

 

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Sachsen: „Wolfsvergrämung“ schießt weit über das Ziel hinaus

Gestern hat der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die derzeitigen Vergrämungsmaßnahmen am erst 7 Monate alten Welpen aus dem Rudel Großhennersdorf (Landkreis Görlitz) ausdrücklich lobt und die Mitarbeiter des LUPUS-Instituts als „aufopferungsvoll“ und „rettend“ feiert. Wir teilen das Ziel, diesen jungen Wolf am Leben zu erhalten – aber wir teilen weder die Bewertung der Methoden noch die Schlussfolgerung, dass genau diese Aktion der richtige Weg sei. Im Gegenteil: Wir halten sie für unverhältnismäßig, tierschutzrechtlich höchst fragwürdig und langfristig kontraproduktiv.

Was genau ist passiert?

Der Welpe wurde nachts in eine hölzerne Transportkiste gesperrt, die ihm kaum Sicht nach außen gewährte. Rund 20 Personen umstellten die Kiste, erzeugten massiven Lärm (Schreie, Hupen, Schlaginstrumente) und stachen wiederholt mit spitzen Gegenständen (vermutlich Stöcke oder Metallstangen) durch die Gitterstäbe in die Kiste hinein. Nach Öffnen der Tür wurde das flüchtende Tier von der Gruppe verfolgt.
Das alles geschah bei einem Welpen, der bis heute keinen einzigen Angriff auf Menschen begangen hat, sondern lediglich neugierig und spielerisch auftrat – Verhalten, das in einem auf Facebook kursierenden Video eines Jägers dokumentiert ist und das jedem gleichaltrigen Hundewelpen zur Ehre gereichen würde. Augenscheinlich hat der aufnehmende Jäger den Welpen selbst nicht verscheucht. Warum eigentlich nicht? Haben die Jäger ihn vielleicht sogar selbst angefüttert, um genau solche Bilder zu konstruieren? Unklar. Fakt ist aber, dass die Jäger Wölfe künftig bejagen wollen. Ist ihnen jedes Mittel dazu Recht, um einen Abschussfall zu konstruieren? 
Beispielfoto eines zirka 10 Monate alten Welpen, der genauso zum Spielen auffordert, wie der Welpe von Großhennersdorf.
Das, was da im Film der Vergrämung schockiert, ist keine „Vergrämung“ im rechtlichen Sinne – das ist Paniktraining mit unklarer Wirkung.
Die Sächsische Wolfsmanagementverordnung (§ 5 SächsWolfMVO) und das bundesweite Wolfsmanagement erlauben Vergrämung ausdrücklich nur mit „geeigneten Mitteln“, die „erforderlich und verhältnismäßig“ sein müssen. Sensorische Überflutung in einer dunklen Kiste, stochern und traktieren, evtl. sogar verletzen mit spitzen Gegenständen und eine anschließende Hetzjagd im Dunkeln erfüllen diese Kriterien nach unserer Auffassung nicht. Sie erzeugen keine gezielte negative Konditionierung („Mensch = unangenehm“), sondern blanke Panik und Todesangst – mit unkalkulierbaren Langzeitfolgen für ein Jungtier, dessen Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet.
Hier ist das Video zu sehen: Auf üblichen Wolfshasserseiten in Facebook und anderen sozialen Netzwerken wurde behauptet, dass hier der nächste „gezüchtete“ Wolf praktisch per Kofferraum ausgesetzt werden würde. Dies ist natürlich kompletter Schwachsinn.
Ein Welpe ist kein „problematischer Wolf“ – er ist ein Kind ohne schlechte Erfahrungen. Dieser Rüde ist nicht einmal ein Jahr  alt. Er hat vermutlich seine Mutter (GW571f, seit Oktober 2024 nicht mehr geortet) und möglicherweise das gesamte Rudel verloren. Er hat keinerlei Erfahrung mit der „Lektion Mensch = Gefahr“ gesammelt – genau wie Pinguine in der Antarktis oder Robben, die noch nie einen Menschen gesehen haben. Neugier und Spielaufforderungen sind in diesem Alter biologisch normal. Sie mit Gewalt und Terror zu „therapieren“, statt ihm Zeit und sanfte Distanzierung zu gewähren, ist nicht nur tierschutzrechtlich höchst fragwürdig – es ist pädagogisch unsinnig.
Die Alternative war und ist möglich – und sie wäre human
Ein zweiter Lebendfang mit kontrollierter Aufpäppelung in einem Gehege wäre machbar gewesen. Dort hätte man Habituierungsursachen (z. B. illegale Anfütterung) klären und dem Tier in Ruhe beibringen können, dass Menschen langweilig und gefährlich, aber nicht interessant und auf keinen Fall Spielpartner sind. Stattdessen wurde eine „tierquälerische Lösung“ gewählt – vielleicht aus Angst vor öffentlichem Druck aus Richtung der Agrar- und Jagdlobby und aus Angst vor Landrat Dr. Stephan Meyer, der bereits erklärte, einen Abschuss „nicht auszuschließen“. Dieser Fall macht auch deutlich, wie hysterisch und der Natur entfremdet unsere Gesellschaft inzwischen geworden ist. Das Rotkäppchensyndrom sitzt tief. 
Das LUPUS-Institut ist eine GbR (Reinhardt & Kluth), die seit 2006 im Auftrag des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (SMNG) für das LfULG arbeitet. Als Auftragnehmer ist es weisungsgebunden und kann sich kaum erlauben, einer Landesregierung oder einem Landrat zu widersprechen, der „Entnahme“ als ultima ratio im Raum stehen lässt. Genau deshalb braucht es unabhängige Vereine, die laut „Nein“ sagen, wenn Methoden über das Ziel hinausschießen. Dieses „Nein“ sprechen wir heute aus.

Wir danken jedem Einzelnen, der sich für Wölfe einsetzt – auch den Kolleginnen und Kollegen vom Freundeskreis freilebender Wölfe. Aber Lob, wo wir tierschutzrechtlich und ethisch krasse Grenzüberschreitungen sehen, können und wollen wir nicht mittragen.

Dieser Welpe verdient Vernunft, keine Paniknacht in einer Holzkiste, wo er mit spitzen Gegenständen traktiert wurde. 
Er verdient Zeit, keine Hetzjagd.
Er verdient eine Chance auf Erfahrungen, keinen Vorwand für den nächsten Abschuss.

Wir haben eine Strafanzeige erwogen, aber nach Überlegung bewusst auf eine Strafanzeige gegen das LUPUS-Institut verzichtet, weil wir weder die engagierten Feldmitarbeiterinnen und -mitarbeiter kriminalisieren, noch weitere Energie in einen langwierigen Rechtsstreit stecken wollen, sondern unsere Kraft lieber in die öffentliche Aufklärung, öffentlichen Widerspruch und die Forderung nach wirklich tierschutzgerechten Alternativen investieren wollen.

Schutz statt Schuss – auch und gerade für Welpen!

Wir berichteten bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/26/protest-gegen-drohende-entnahme-schutz-statt-schuss-fuer-wolfswelpe-aus-dem-rudel-grosshennersdorf/

Stelungnahme Freundeskreis frei lebender Wölfe e. V.: https://www.facebook.com/FreundeskreisWoelfe

Pressemitteilung zur Vergrämungsaktion: https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/sachsen-wolfswelpe-im-raum-grosshennersdorf-erfolgreich-besendert-und-wieder-freigelassen?fbclid=IwY2xjawOiF8BleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBzNHhZN2oyZk5IdUM4TGZuc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHnsPpG3puabBxnXBR_aaLVFO93O6vaoe_Y5gN-NZ5WWDKMzcgKqYFKf-44Mj_aem_wScU5KYw_5nNkCdVFSQ6HQ

 

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Last Minute Geschenke für alle, die Wölfen helfen möchten

Es gibt noch Exemplare unseres Wolfskalenders 2026, aber auch Tassen, Shirts und Hoodies. Mit dem Kauf unserer Produkte kann unsere Arbeit wirkungsvoll unterstützt werden.

Er ist seit dem Sommer ein absoluter Bestseller und jetzt die perfekte Last-Minute-Geschenkidee für alle, die Wölfe und wilde Natur lieben: Unser exklusiver Fotokalender 2026 mit 12 beeindruckenden, selbst aufgenommenen Wolfsmotiven – ganz ohne Text, dafür mit purer Faszination auf jeder Seite. Atemberaubende Nahaufnahmen und stimmungsvolle Szenen.
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Bestellungen bis 12. Dezember verschicken wir garantiert noch vor Heiligabend.

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Der kaltblütige Abschuss von Wolf Bram – Ein Verlust für Natur und Menschlichkeit

Mit tiefer Betroffenheit und unermesslichem Entsetzen müssen wir mitteilen, was wir alle befürchtet haben: Bram ( GW3273m) aus den Niederlanden, ist tot. Am 3. Dezember 2025 wurde er von Jägern in der Region Utrechtse Heuvelrug erschossen – aufgrund einer Abschussverfügung, die wir von Anfang an als unrechtmäßig und barbarisch verurteilt haben. Bram war nicht nur ein Wolf, er war Vater, Beschützer und Symbol für die Möglichkeit einer machbaren Koexistenz zwischen Mensch und Wildtier. Sein Tod ist ein kaltblütiger Akt, der nicht nur ein Leben auslöscht, sondern auch die Stabilität seines Rudels zerstört und die Welpen in eine unsichere Zukunft stürzt. Wir sind schockiert, traurig und fassungslos empört über diesen vermeidbaren Verlust.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

 

Bereits im August dieses Jahres haben wir in unserem Artikel „Wolf Bram in den Niederlanden: Abschüsse sind keine Lösung“ klar Position bezogen. https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/08/17/wolf-bram-in-den-niederlanden-abschuesse-sind-keine-loesung/
Wir warnten vor den Konsequenzen einer solchen Entscheidung, kritisierten die unzuverlässigen DNA-Beweise, die fehlende Beweiskette und die Ignoranz alternativer Maßnahmen wie Gebietssperrungen, Vergrämung oder Konditionierung. Wir forderten eine verantwortungsvolle Politik, die menschliches Fehlverhalten – wie Anfüttern durch Hobbyfotografen oder das Ignorieren von Warnungen – sanktioniert, statt das Tier zu opfern. Bram wurde nie fachgerecht vergrämt; stattdessen wurde er zum Sündenbock gemacht. Die Provinz Utrecht hat versagt, die EU-Habitatrichtlinien und niederländisches Recht wurden missachtet, und nun liegt ein unschuldiges Wesen tot da. Dieser Abschuss ist kein „Management“, sondern eine Kapitulation vor Panikmache und Interessenkonflikten, wie wir sie bereits detailliert beschrieben haben. Was uns jedoch zutiefst empört und die Sprache verschlägt, ist die Welle der Heuchelei, die nun hereinbricht. Viele Tierschutzverbände und Naturschutzorganisationen, sowie auch Einzelpersonen der Wolfsschutzszene, die den Abschuss von Bram noch vor Monaten lautstark befürwortet oder zumindest toleriert haben, tun nun so, als ob sie bestürzt wären. Plötzlich erscheinen tränenreiche Beiträge in den Sozialen Medien, kondolierende Statements und Appelle an die „Menschlichkeit“. Wo war diese Betroffenheit, als Bram als „Problemtier“ diffamiert wurde? Organisationen, die sich als „Naturschützer“ bezeichnen, aber in Wahrheit enge Verbindungen zur Jägerschaft pflegen, forderten Abschüsse als „letzte Lösung“ – und jetzt? Jetzt heucheln sie Trauer, um ihr Image zu wahren. Diese Doppelmoral ist unerträglich. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V., haben von Anfang an nachrecherchierbar an der Seite der Arbeitsgruppe Wolf Leusden gestanden, die mit einer 37-seitigen Klage kämpfte – und wir stehen auch jetzt dazu: Abschüsse sind keine Lösung, sie sind ein Versagen.
Bram hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen ist. Seine Partnerin Eva und die Welpen sind nun auf sich allein gestellt, in einem Gebiet, das weiterhin von menschlicher Ignoranz und Lobbyismus bedroht ist. Wir rufen alle auf: Lasst uns nicht in Heuchelei verfallen, sondern handeln. Boykottiert Organisationen, die mit zweierlei Maß messen. Bram darf nicht umsonst gestorben sein – lasst uns seine Geschichte zu einem Wendepunkt machen. Wir stehen in aufrichtiger Trauer weiter an der Seite der Werk Groep Wolf Leusden  https://www.facebook.com/profile.php?id=61565505701126 , die extra eine Stiftung gegründet hatte, um im Fall Bram klagen zu können. Es gibt bei der Stiftung noch einen Kalender mit Bildern vom Bram zu kaufen. Einfach dem Link oben folgen.
Die endgültige Bestätigung durch DNA-Analyse wird für den 12. Dezember erwartet.

Hier Fotos von Bram: https://www.wolvenutrecht.nl/oh-wat-een-wolf/

Quelle: https://www.rtvutrecht.nl/nieuws/4030412/wolf-bram-doodgeschoten-in-utrechtse-heuvelrug-dna-onderzoek-moet-uitwijzen-of-het-om-hem-gaat

Aufruf für uns in Deutschland

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen keine Likes – sie brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

Update 18.12.25

Das DNA-Ergebnis bestätigte am 12.12.25, dass es sich tatsächlich um Wolf Bram gehandelt hat.